olaf jensen
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Neuköllner Maler und Restaurator Torsten Kluckert sagt "Aufwiedersehen"


TRAUER UM EIN TOLLEN KÜNSTLER

Neuköllner Maler und Restaurator Torsten Kluckert (73) ist vor den Osterfeiertagen 2019 von uns gegangen.

 

Er hat sein Leben so gelebt, wie er es für sich gewählt hat und er war glücklich dabei.

 

Der Weg zur Malerei ging bei Torsten Kluckert mit einer Ausbildung als Kfz-Mechaniker vor weg.

 

War aber zugleich die Voraussetzung für seine spätere Arbeit, als der Automaler schlecht hin. Hyberrealistisch setzt Kluckert bekannte Automarken perfekt in Szene. Das brachte ihm die Bewunderung von Autoindustrie und vielen Liebhaber der Jung und Oldtimer ein und wurde schnell bekannt und bewundert.

 

Seit Mitte der 70er-Jahre startete er von Neukölln aus, internationale Ausstellungen und eroberte mit seinen Autogemälden die Welt. War international mit seinen Werken unterwegs, Tokyo, Monte Carlo, Osnabrück, Herford, Berlin um nur einige Stationen zu nennen

 

Torsten Kluckert hatte aber nicht nur Chrom perfektioniert auch die Tiermalerei mit der „Kluckertschen“ Genauigkeit und im Mittelpunkt dessen Problematik gemalt. Es war ihm wichtig und es tat ihn in der Seele weh das wir den natürlichen Lebensraum der Tiere so sinnlos zerstören.

 

 

 

 


MEINE ERSTE BEGEGNUNG MIT TORSTEN KLUCKERT

Hier oben fing alles an, in der Auto Rep. - Werkstatt "Heinz Baabe", in Berlin Kreuzberg.

1967 war der erster Tag meiner Lehre als Kraftfahrzeug Mechaniker.

 Während der Ausbildung muss man gehorchen und niedere Arbeiten verrichten.

Es begann eine schwere Zeit: "Lehrjahre sind keine Herrenjahre".

Ein alter Geselle sagte zu mir: "Hol dir mal einen Spaten, geh runter zum Platz und grabe eine Grube für den Stromabfall." Ich Idiot, damals an meinem 1. Tag ganz schön nervös, gehe also los und fange an eine kleine Grube auszugraben.

Plötzlich kommt der Chef und sieht mich graben. "

"Was machst Du denn da", brüllte er mich an. Also erzählte ich ihm, was mir der alte Geselle gesagt hatte.

"Du Idiot, mach das Loch wieder zu, es gibt keinen Stromabfall, den man vergraben muss."

Ich wollte schon an meinem 1. Tag die Lehre abbrechen und nachhause gehen.

Und da kam Torsten auf mich zu, nahm mich zur Seite und beruhigte mich.

"Das ist ganz normal, musste nicht so ernst nehmen, jeder neue Lehrling wird erst mal reingelegt", sagte Torsten.

So lernten wir uns damals kennen, und nach einiger Zeit hatten wir auch eine private Verbindung.

So lernte ich Torsten näher kennen. Er arbeitete jeden Tag als Kfz. Mechaniker und nach Feierabend, ging er nachhause, aß etwas, und malte bis spät in die Nacht.

Jeden Tag !

Torsten hatte eine Vision und hatte etwas zu sagen, und war auf der Suche nach Ausdruck.

Über die Jahre perfektionierte er seine Malerei, eisern und und zielbewusst.

Schließlich konnte er malen wie die großen Meister.

War aber im Kunstbetrieb sehr schwierig, wenn man sein Handwerk so perfekt in der Lage war umzusetzen.

Heute ist ja oft die Interpretation eines Kunstwerkes kunstvoller als als die Kunst selbst.

Nun ist leider ein großer Künstler von uns gegangen, aber sein Werk bleibt uns so lange wir selber leben.

Von Torsten habe ich Zielstrebigkeit und Durchhaltevermögen gelernt.

Mein Seelenbruder fehlt mir.

Mach es gut Torsten, bis wir uns wiedersehen.